Überarbeitung der SCL – SCL 2.0

Ein Beitrag von Ron van der Aa und Kaat van der Haar

Einleitung

Seit 2012 kennt man in den Niederlanden die Safety Culture Ladder (SCL). Ursprünglich war sie ein Produkt von ProRail, wurde aber 2016 an das niederländische Normierungsinstitut (NEN) übertragen.

Seitdem hat die SCL sich zu einem Produkt entwickelt, das in immer mehr Bereichen eingesetzt wird und inzwischen auch international immer mehr Bekanntheit und Anwendung findet.

Aber wie bei jedem Produkt des NEN muss man an einem gewissen Punkt darüber nachdenken, ob eine Überarbeitung aufgrund bestimmter Entwicklungen auf dem Markt sinnvoll oder notwendig erscheint. Dieser Prozess hat in den vergangenen Jahren stattgefunden und zur Entwicklung der SCL 2.0 geführt.

Anlass

In den letzten Jahren wurde der Anwendungsbereich der SCL erheblich erweitert. Während sie in den ersten Jahren hauptsächlich in der Bahnbranche angewendet wurde, lässt sich 2016 eine Ausbreitung auf viele andere Bereiche beobachten. Einige Beispiele sind die Baubranche, Netzbetreiber und verschiedene Dienstleistungssektoren.

Mit dieser Erweiterung des Anwendungsbereichs der SCL kam es auch immer häufiger zu Anmerkungen zur SCL, sowohl in Bezug auf das Handbuch als auf das Zertifizierungsschema.

Einige Beispiele dafür:

  • Die SCL enthält zu viele „bahnbezogene Begriffe“, was die Anwendung in anderen Bereichen behindert
  • Die SCL enthält zu viele systembezogene Beschreibungen, die an sich nicht zum Messen der Sicherheitskultur passen
  • In der SCL werden die Mitarbeiter:innen und ihre Rolle nicht genügend berücksichtigt, obwohl sie beim Sicherheitsbewusstsein eines Unternehmens eine große Rolle spielen
  • In der SCL liegt der Fokus zu stark auf dem Arbeitsschutz, während die Sicherheitskultur viel mehr umfasst
  • Das heutige System aus Bewertungen einzelner Unternehmensaspekte/-charakteristika hat unerwünschte Effekte (auch als Kalkül beschrieben)

Diese Anmerkungen bildeten den Anlass zu einer kompletten Überarbeitung der SCL, die in einer neuen Version der SCL mit dem Namen SCL 2.0 resultierte.

SCL 2.0

Neben den oben beschriebenen Anstößen zur Überarbeitung der SCL gibt es auch Punkte, die klar gehandhabt werden sollten, zum Beispiel die Erkennbarkeit der SCL und die Möglichkeit zur Anwendung in allen Bereichen.

In den vergangenen Jahren wurde die SCL 2.0 entwickelt. Sie kennzeichnet sich durch die folgenden Unterschiede zur jetzigen SCL:

  1. Die sechs Unternehmensaspekte wurden durch fünf Themen ersetzt
  2. Die Bewertung mit Punkten wurde durch eine Beurteilung ersetzt, die nicht mehr auf bloßen Zahlen basiert, sondern auf den Beobachtungen des Auditors in Bezug auf Einstellung, Verhalten und Kultur

Zu 1):

Bei der SCL 2.0 wurden die jetzigen sechs Unternehmensaspekte durch die folgenden fünf Themen ersetzt:

Thema 1              Strategie und Führung

Thema 2              Kenntnisse und Fertigkeiten

Thema 3              Primär- und Sekundärprozesse

Thema 4              Kooperation

Thema 5              Lernen und Verbesserung

Dabei ist jedes Thema in zwei Aspekte, „Organisation“ und „Verhalten“, unterteilt und gibt es jeweils einige zum Hauptthema passende Unternehmen.

Was deutlich anders ist, ist die Beschreibung der Themen. Bei der SCL 2.0 werden sie nach der sogenannten Storytelling-Methode erzählend beschrieben. Bei diesem Storytelling wird beschrieben, was in einem Unternehmen in Bezug auf das betreffende (Unter-)Thema und die betreffende Stufe erkennbar sein sollte bzw. sich feststellen lassen müsste.

Zu 2):

Bei der SCL 2.0 werden für die Beurteilung keine Punkte mehr vergeben.

Bei der Beurteilung wird mit drei Farben gearbeitet und kann ein Unternehmen als grün, rot oder orange bewertet werden. Zudem werden die Aspekte „Organisation“ (O) und „Verhalten“ (V) separat beurteilt. Weil es bei der Beurteilung der Kultur vor allem um die Wirksamkeit der Anstrengungen und der umgesetzten Instrumente geht, wiegt die Beurteilung von V am schwersten.

Eine grüne Bewertung zeigt visuell an, dass ein Thema als ausreichend beurteilt wurde. Ein Thema wird als ausreichend (grün) bewertet, wenn die Auditoren den Eindruck haben, dass die Merkmale des betreffenden Themas zum großen Teil erfüllt sind.

Eine rote Bewertung zeigt visuell an, dass ein Thema als unzureichend beurteilt wurde.

Schließlich zeigt eine orange Bewertung visuell an, dass das Unternehmen den zu einem Thema gehörigen Merkmalen teilweise entspricht undes Anstrengungen unternimmt, diese ganz zu erfüllen.

Anforderungen für die Beurteilung:

Bei der Beurteilung von O müssen mindestens vier der fünf Themen als ausreichend (grün) bewertet sein. Das Thema, das nicht als grün bewertet wurde, muss zum Erhalt einer positiven Beurteilung als orange bewertet sein. Eine rote Bewertung bedeutet, dass die Stufe nicht erreicht wurde.

Bei der Beurteilung von V müssen alle Themen als ausreichend (grün) bewertet sein.

Berichterstattung

Weil bei der neuen Beurteilungsweise keine Punkte mehr vergeben werden, kann es vorkommen, dass Unternehmen den Beurteilungsergebnissen nicht so leicht Angriffspunkte entnehmen können. Um diesen möglichen ungewollten Effekt zu eliminieren und weil auch schon länger Bedarf an Anforderungen an die Berichterstattung bestand, wurden neue Kriterien für die Berichterstattung festgelegt. Diese neuen Kriterien resultieren in einer angemessene Darlegung und Begründung der Befunde.

Bei einem Audit werden die fünf Themen und die zugehörigen Unterthemen beurteilt. Anhand dieser Beurteilung stellt das Auditteam Stärken und Schwachstellen fest.

In ihrem Bericht begründen die Auditoren je Thema für die einzelnen Unterthemen, welche Stärken und Schwachstellen sie bei ihrem Audit gefunden haben. Dadurch kann das Unternehmen sich ein Bild von seiner Position auf der Stufe und damit von seinem Wachstumspotential innerhalb jedes Themas machen.

Außerdem enthält der Auditbericht eine Begründung, aus der sich ableiten lassen muss, warum ein Thema eine bestimmte Beurteilung bekommen hat. So übernimmt das Auditteam die Verantwortung für eine ordentliche Durchführung des Audits, wobei die Befunde des Teams dem Unternehmen auch direkt bei der Weiterentwicklung zu einer höheren Stufe helfen können.

Für die Berichterstattung gelten die folgenden Kriterien:

  • Je Thema wird zu den einzelnen Unterthemen ein Bericht geschrieben, in dem aufgeführt wird, was gut ist und was besser sein könnte. Außerdem wird eine Beurteilung (für O und V) abgegeben: grün, orange, rot? Der Ausgangspunkt ist, dass die Auflistung je Thema kulturorientiert sein muss. O und V werden im Zusammenhang miteinander beurteilt. Bei der Beurteilung des Punktes „Organisation“ werden der Bezug zur Kultur und die Folgen für die Kultur betrachtet. Dabei ist das Gesamtbild in Bezug auf das Thema maßgebend. Hier wird auch eine Begründung für die Bewertung gegeben.
  • Wenn dem Auditor etwas Besonderes aufgefallen ist, muss er es nennen und dabei angeben, was es ihm zufolge für die Kultur bedeutet. Trifft er dabei auf Aspekte, die im direkten Zusammenhang mit einem der unter „Organisation“ beschriebenen Elemente stehen, müssen diese ebenfalls genannt werden.
  • Im Bericht müssen die Befunde beschrieben werden: Wie sieht das Bild aus? Es geht hier nicht um eine Empfehlung, sondern nur um eine Darstellung der Befunde.
  • Der Bericht darf nicht auf eine Person zurückgeführt werden können. Persönliches darf im Bericht nicht vorkommen.

Validierung

Im Moment testen wir sowohl in den Niederlanden als in Deutschland, ob die neue Version der SCL (SCL 2.0) deutlich ist und ob Unternehmen und Auditoren in der Praxis gut damit arbeiten können. Diesen Prozess nennen wir die Validierung der SCL 2.0.

An dieser Validierung sind alle Zertifizierungsstellen in Deutschland und den Niederlanden beteiligt. Jede davon verwendet dabei jeweils ein Audit für diesen Validierungsprozess. Aber auch die Meinung/Ansicht des restlichen Marktes ist wichtig. Darum wird zusätzlich zur Validierung in den Monaten September und Oktober 2022 auch eine öffentliche Kommentarrunde organisiert.

Aufgrund der Ergebnisse der Validierung und der Kommentare aus der öffentlichen Kommentarrunde wird die SCL 2.0 angepasst und letztendlich Mitte 2023 (Planung) veröffentlicht.

Das Expertenteam SCL 2.0

Die Überarbeitung der SCL, resultierend in der SCL 2.0, war ein Prozess, der Ausdauer erforderte. Die Beschreibung der SCL als auch die Beurteilungsmethode neu zu gestalten, ist schon ein ziemliches Unterfangen.

Ohne den Beitrag und Einsatz einer Reihe von Experten wäre es denn auch nicht gelungen. Darum verdienen sie es, an dieser Stelle ausdrücklich genannt zu werden.

Vielen Dank, Marina van Beekveld, Arno de Graaff, Frank Thoonen, Gerd-Jan Frijters, Hans Aarns, Robert Taen und Taco Buissant des Amorie!

Immer mehr Aufmerksamkeit für sicheres Arbeiten: 1000. Organisation erhält Safety Culture Ladder-Zertifikat

Am 10. März 2022 wurde das Safety Culture Ladder (SCL)-Zertifikat an die 1000. Organisation ausgestellt, die sich für die SCL qualifiziert hat. Ein Safety Culture Ladder Zertifikat bildet das Sicherheitsbewusstsein von Mitarbeitern und Führungskräften ab. Kultur ist ein schwer zu „messendes“ Konzept. Dennoch gibt der Auditprozess für die Safety Culture Ladder einen Einblick in die Sicherheitskultur einer Organisation und macht deutlich, was verbessert werden kann.

Ziel von SCL ist es, die Einstellung und das Verhalten in allen Ebenen einer Organisation in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit zu prüfen. Das Bewertungsverfahren zur Messung des Sicherheitsbewusstseins und des bewusst sicheren Handelns in Unternehmen besteht aus 5 Leiterstufen. Kurz gesagt bedeutet das Erreichen von Leiterstufe 1, dass das Unternehmen sehr reaktiv handelt. Nichts wird getan, bis ein Unfall oder etwas Ernstes passiert ist. Stufe 5 erreichen, bedeutet, im gesamten Unternehmen und mit der gesamten Branche proaktiv zusammenzuarbeiten, um sicherer und gesünder zu arbeiten.

1000. Organisation

Das Zertifikat wurde von Normec Certification an Vertragsunternehmen und Transportunternehmen Roel van der Stoel B.V. verliehen. Anlässlich dieser Verleihung wurde bei Normec Certification ein festlicher Moment hinzugefügt. Jeannette Hofman-Züter, Projektleiterin der Safety Culture Ladder bei NEN, brachte Kuchen und überreichte Arjen Werkmeester, kaufmännischer Leiter von Normec Certification, einen Blumenstrauß.

Die Safety Culture Ladder wurde ursprünglich von ProRail konzipiert. Als sich immer mehr andere Unternehmen für das System interessierten, suchte ProRail nach einer unabhängigen Organisation, die die Safety Culture Ladder verwaltete, damit mehrere Unternehmen sie nutzen konnten. Das wurde NEN. Seit der Übertragung an NEN haben sich nun 1000 Unternehmen für den SCL qualifiziert, wobei das größte Wachstum im Jahr 2021 statt fand: von 300 auf 1000 Organisationen. Dieses Wachstum ist auf die Übernahme des SCL durch den Niederländische Governance Code für Sicherheit im Bau (GCVB) zurückzuführen. Ab dem 1. Januar 2022 werden Kunden, die die GCVB unterzeichnet haben, das Sicherheitsbewusstsein als Verpflichtung in Ausschreibungen und Verträge aufnehmen. Diese gemeinsame Vereinbarung heißt: Sicherheit in Ausschreibungen (Veiligheid in Aanbestedingen: ViA). Auf diese Weise werden Tausende von Unternehmen in der Baubranche sicherer arbeiten, indem sie sich auf Sicherheitskultur und -verhalten konzentrieren.

Es gibt verschiedene Varianten von SCL-Produkten, die sich in der Prüfungsschwere unterscheiden. Der SCL wurde bisher in den Sektoren Energie, Offshore und Bauwesen in Europa, und immer mehr Ländern außerhalb Europas, weit verbreitet eingesetzt.

Anpassungen SCL Webtool

Anpassungen SCL Webtool

Über das SCL Webtool bietet NEN verschiedene Instrumente an, die die Zertifizierung der SCL unterstützen. Im Web-Tool finden Sie beispielsweise die Fragebögen, die für bestimmte SCL-Produkte als erste Selbst-Inventarisierung verwendet werden können: die SAQ Compact und die SAQ Extended.

Die Online-Datei ist auch Teil des SCL-Webtools. Auf diese Weise kann eine Organisation Dokumente hochladen und anderen (z. B. Zertifizierungsstellen) Einblicke in die SAQ-Ergebnisse gewähren.

Um das SCL Webtool benutzerfreundlicher zu gestalten, wurde es kürzlich in einigen Punkten angepasst:

  • SAQ Compact
    • Der Fragebogen wurde in eine einfachere Sprache umgeschrieben, um ihn für alle Mitarbeiter in einer Organisation noch besser geeignet zu machen. Verschiedene Aussagen wurden gekürzt und vereinfacht.
    • Für Organisationen bei denen die Tätigkeiten in Büroräumen stattfinden und die z.B. nicht über Baustellen verfügen, wurde eine Erläuterung hinzugefügt. Dies soll Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen helfen, die Fragen in ihre eigene Situation zu übersetzen.
    • Einigen Fragen haben wir eine allgemeine Erläuterung beigefügt, um die Interpretation der Frage zu erleichtern.
  • Verschiedene Seiten der SCL Internetseite wurden erneuert und übersichtlicher gestaltet. Es sind, unter anderem, Tipps zur ordnungsgemäßen Verwendung der Fragebögen im Unternehmen hinzugefügt, für diejenigen die die Befragung im Unternehmen durchführen.
  • Kostenlose PDF‘s der Fragebögen stehen Organisationen, die ein Abonnement (kein Testabonnement) abgeschlossen haben, zur Verfügung. Diese sind ausschließlich für den internen Gebrauch und die interne Besprechung der Fragebögen zu benutzen.

Weitere Informationen zum Web-Tool finden Sie unter https://webtoolscl.nl/de

Zusätzliche COVID-19-Maßnahmen ab 29. Oktober 2020

Im März 2020 hat NEN Ausnahmemaßnahmen zum Umgang mit Aufschub und Hindernissen bei Audits aufgrund von COVID-19-Maßnahmen veröffentlicht. Die COVID-19-Situation dauert jetzt leider länger als erwartet. Deswegen ist es gut zu klären, wie NEN mit der Gültigkeit von Zertifikaten und Statements umgeht. Die COVID-19-Ausnahmemaßnahmen bleiben vorerst gültig, bis sich die Situation geändert hat und NEN die Aufhebung dieser Ausnahmemaßnahmen mitteilt.

Die vollständige Beschreibung der Maßnahmen wurde aus Richtlinien der IAF (International Accreditation Forum) übersetzt. Zusätzliche SCL-spezifische Maßnahmen sind im Dokument enthalten. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele zur Interpretation dieser Maßnahmen:

  • Wenn ein Folgeaudit stattfinden soll, aber es ist nicht möglich dies  Vor-Ort stattfinden zu lassen, dann kann der Abschluss des Folgeaudits einmal auf maximal 6 Monate verschoben werden. Bitte beachten Sie: Wenn dieses Folgeaudit bereits um 6 Monate verschoben wurde, wird kein zusätzlicher Aufschub gewährt.
  • Wenn ein Folgeaudit um 6 Monate verschoben wurde, muss das nächste Folgeaudit innerhalb eines Jahres ab diesem geänderten Datum stattfinden.
  • Sollte eine Rezertifizierung stattfinden müssen (das heißt der 3-Jahres-Zyklus läuft ab), muss die Rezertifizierung innerhalb von 12 Monate nach dem Datum an dem das Zertifikat verfällt, abgeschlossen sein. Sobald die restriktive COVID-19-Maßnahmen aufgehoben sind und die Durchführung eines Audits wieder Vorort stattfinden kann, muss das Audit innerhalb von 3 Monaten nach dieser Aufhebung abgeschlossen sein (alles innerhalb von 12 Monaten).
  • Wenn die Durchführung des Audit in beiden Situationen nicht erfolgen konnte (Folge- oder Rezertifizierungsaudit), wird das Zertifikat ungültig oder der Geltungsbereich angepasst (nur im Geltungsbereich angeben, was vollständig geprüft wurde). Danach muss ein Erstaudit stattfinden, wenn der Geltungsbereich wieder angepasst werden soll.
  • Remote-Audits sind während “Folgeaudits” und “Rezertifizierung” zulässig, jetzt auch für Stufen-Erhöhungen und Erweiterungen des Geltungsbereiches. Dies betrifft nur die Befragung von „Bürofunktionen“ wie Management, Personal, Rechnungswesen usw. Remote-Audits sind bei Erstaudits und Projektbesuch unter keinen Umständen zulässig.
  • Bei Remote-Audits müssen die beiden Auditoren während des Audits miteinander kommunizieren können. Wenn sie aufgrund COVID-19-Maßnahmen nicht zusammen in einem Raum sitzen können, ist alternativ ein Videoanruf zulässig.

Eine vollständige Übersicht der Maßnahmen finden Sie im geänderten Dokument über die NEN-SCL COVID-19-Maßnahmen. Dies ist in Niederländisch, Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

Haben Sie Fragen? Dann kontaktieren Sie uns unter info@safetycultureladder.com

Zusätzliches Selbstanalyse-Tool online!

NEN hat einen neuen (zusätzlichen) Online-Fragebogen entwickelt, mit dem Unternehmen die Sicherheitskultur ihrer eigenen Mitarbeiter identifizieren können. Für verschiedene SCL-Produkte war bereits ein Online-Fragebogen verfügbar, der jedoch für einige Arten von Organisationen oder ausgewählte SCL-Produkte zu umfangreich war.

SAQ Compact
Der neue Fragebogen “SAQ Compact” enthält 72 Fragen. Es ist eine verkürzte Version des SAQ Extended, die 233 Fragen enthält. Es befasst sich mit 18 organisatorischen Aspekten. Die Fragebögen sind in den Sprachen Niederländisch, Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar.

Web-Tool SCL
Beide Fragebögen sind über die Webtool-SCL verfügbar und in jeder Webtool-Abonnement enthalten.

So funktioniert das Webtool:

1. Der HSE manager innerhalb einer Organisation erstellt einen neuen Fragebogen. Das Berechnungstool gibt an, wie viele Mitarbeiter die Fragen beantworten sollen.

2. Anschließend wählt der HSE manager, ob der SAQ Compact (72 Fragen) oder der SAQ Extended (233 Fragen) verwendet werden soll.

3. Der HSE manager sendet eine Einladung zum Fragebogen mit einer optionalen Erklärung an (eine Auswahl von) Mitarbeitern.

4. Der Fortschritt / die Ergebnisse können im Dashboard angezeigt werden.

Wichtig: Die Auswahl des Fragebogens hängt vom ausgewählten SCL-Produkt ab (SCL Original, SCL, SCL Light oder Approved Self Assessment). Das Web-Tool hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.

Weitere Informationen zum Webtool SCL und zum kostenlosen Testabonnement

Maßnahmen während der Corona Situation

NEN hat in dieser Woche eine übergeordnete Richtlinie publiziert in der beschrieben wird wie während der COVID19 (Corona) Krise mit Audits umzugehen ist. Die Richtlinie basiert auf den Richtlinien der Niederländischen Akkreditierungsstelle (T051) , die wiederum auf internationalen Regeln basiert.

Die Richtlinie T051 ist eine gute Basis, aber nicht ausreichend für Audits bei denen Beobachtungen von Verhalten und Kultur zentral stehen. Aus diesem Grunde haben wir die allgemeine NEN Richtlinie für die SCL ‚erweitert‘.

Die wichtigste Maßnahme ist, dass Zertifizierungsstellen Audits verschieben können, wenn diese auf Grund der Corona Krise nicht stattfinden können. Die Zertifizierungsstellen sind verpflichtet NEN hierüber aktiv zu informieren. Die maximale Verzögerungszeit der Ausstellung des Zertifikats beträgt sechs Monate.

Das Durchführen von „Remote – Audits“ ist in Ausnahmefällen erlaubt und nur in Situationen, in denen die Beobachtung des Sicherheitsverhaltens von Mitarbeitern keine Rolle spielt.

Sie finden die vollständige Richtline hier.

Bitte bleiben Sie gesund!

“Neue” Produkte und Produktnamen Safety Culture Ladder

Die Safety Culture Ladder führt “neue” Produkte und Produktnamen ein. Diese Produkte standen bisher im Rahmen eines Pilots nur einer bestimmten Klientel offen, sind jetzt jedoch allgemein verfügbar. Interessenten können ab dem 1. März 2020 aus einer vollständigen Zertifizierung oder einem anderen SCL-Produkt wählen.

Hintergrund

Anfangs gab es nur ein Safety Culture Ladder-Produkt: das SCL-Zertifikat, bei dem jedes Jahr ein vollständiges (100%) Audit durchgeführt werden musste. 2016 wurden im Rahmen eines Pilotprojekts Varianten erarbeitet. Diese SCL-Varianten standen aber im Rahmen des Pilotprojekts nur einem bestimmten Kundenkreis zur Verfügung.

Der Ausschuss der Experten der Safety Culture Ladder hat jetzt beschlossen, die Produkte aus dem Pilotprojekt allgemein zuzulassen.

Die Produkte

Die SCL bleibt die SCL, mit anderen Worten: Inhaltlich hat sich nichts geändert. Im Auditverfahren wird unterschieden:

  1. Beim Produkt ‚SCL-Original‘ wird jedes Jahr ein 100% Audit durchgeführt.
  2. Bei einem ‚SCL‘ wird im ersten Jahr ein 100% Audit und in den Jahren 2 und 3 ein Follow-up-Audit von 40% durchgeführt.
  3. Das ‚SCL Light‘ beginnt mit einem Audit von 40% im ersten Jahr. In den Jahren 2 und 3 findet die Überprüfung eines Aktionsplans statt den die betreffende Firma im ersten Jahr erstellt hat.
  4. Das ‚Approved Self Assessment‘ ist eine Selbstbewertung, die von der Organisation selbst durchgeführt wird. Die Zertifizierungsstelle prüft lediglich, ob dies in der vereinbarten Weise durchgeführt wurde.

SCL Original und SCL geben, wenn die Organisation das Audit erfolgreich abgeschlossen hat, Anspruch auf ein Zertifikat: ein SCL Original-Zertifikat oder ein SCL-Zertifikat. Darauf ist die erreichte Stufe angegeben.

SCL Light gewährt kein Recht auf ein Zertifikat, sondern auf eine Bescheinigung (Statement). In dieser Bescheinigung wird die Stufe angegeben.

Beim Approved Self Assessment wird kein Statement und daher auch keine Stufen-Indikation abgegeben. Die Zertifizierungsstelle liefert nur den Nachweis, dass die Selbstbewertung ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

Weitere Informationen zu den Produktnamen und zum Auditverfahren finden Sie auf der Internetseite www.safetycultureladder.org.

Die Produkte sind ab dem 1. März 2020 erhältlich. In den kommenden Monaten werden alle Dokumente, in denen die SCL-Produkte erwähnt werden, angepasst.

Die Änderung erfordert auch neue Vorlagen für die verschiedenen Zertifikate oder Bescheinigungen. Diese werden den Zertifizierungsstellen so bald wie möglich und spätestens am 1. April zur Verfügung stehen.

Anpassungen am Register

Das Register der Zertifikatsinhaber auf der Website wird angepasst. Die neuen Produktnamen werden hinzugefügt. Die Zertifikate und Bescheinigungen (aktuelle SAQ+ Übersicht) werden ebenfalls in einem Register abgelegt. Sobald dies abgeschlossen ist, wird es auf der Internetseite sichtbar. Zertifizierungsstellen und Projektpartner werden separat über die Änderungen informiert.

Das Approved Self Assessment

Für eines der neuen Produkte, das Approved Self Assessment, wird ein neues SAQ-Web-Tool eingeführt. Dies wird in Kürze online verfügbar sein. Dieses verkürzte SAQ muss für das Approved Self Assessment verwendet werden. Weitere Erläuterungen finden Sie zeitnah auf unserer Internetseite.

Auditorenschulungen SCL in Deutschland in Lizenz

In Zukunft ist es für Firmen in Deutschland möglich Auditorenschulungen zur Safety Culture Ladder auch selbst durchzuführen, vorausgesetzt, dass sie die Qualitätsanforderungen die NEN an diese Schulungen stellt erfüllen. Diese Anforderungen hat NEN in einer Schulungslizenz festgelegt. Nähere Informationen dazu können Interessenten bei NEN erfragen: Herr Lennart de Waart, tel.: (+31) 6  110 88 239, Email: lennart.dewaart@nen.nl.

Governance-Kodex Sicherheit im Baugewerbe

In Ausschreibungen und Verträgen in der Baubranche muss Sicherheitsbewusstsein als Verpflichtung angeführt werden. Das haben die Unterzeichner des niederländischen ‚Governance-Kodex Sicherheit im Baugewerbe[1] (GCVB)‘ vereinbart. Ab 2021 werden diese die sogenannte Safety Culture Ladder nutzen, um das Sicherheitsbewusstsein von Organisationen, die für sie Aufträge ausführen, messbar, transparent und vergleichbar zu machen. Um eine maximale Schärfung des Sicherheitsbewusstseins in der Prozesskette zu bewirken, müssen nicht nur die Auftragnehmer, sondern auch die Kunden zertifiziert werden.

— AUSZUG PRESSEMITTEILING —

“Ab 2021 müssen Auftragnehmer Sicherheitsbewusstsein nachweisen
Aufmerksamkeit auf Sicherheit in Ausschreibungen und Verträgen

In Ausschreibungen und Verträgen in der Baubranche muss Sicherheitsbewusstsein als Verpflichtung angeführt werden. Das haben die Unterzeichner des niederländischen ‚Governance-Kodex Sicherheit im Baugewerbe[1] (GCVB)‘ vereinbart. Ab 2021 werden diese die sogenannte Safety Culture Ladder nutzen, um das Sicherheitsbewusstsein von Organisationen, die für sie Aufträge ausführen, messbar, transparent und vergleichbar zu machen. Um eine maximale Schärfung des Sicherheitsbewusstseins in der Prozesskette zu bewirken, müssen nicht nur die Auftragnehmer, sondern auch die Kunden zertifiziert werden.

Im Baugewerbe ereignen sich noch immer schwere Unfälle. Das Verhalten von Mitarbeitern ist dabei ein entscheidender Faktor: Unzureichende Kommunikation und Koordination, wahrgenommener Arbeits- und Zeitdruck, und das Versäumnis, angemessen auf unerwartete Situationen zu reagieren, sind Hauptursachen für Unfälle. Nach Recherchen der niederländischen Aufsichtsbehörde SZW helfen ein höheres Sicherheitsbewusstsein und eine ausgeprägte Sicherheitskultur Gefahren zu entschärfen. Die Unterzeichner des GCVB sind überzeugt, dass eine Betonung des Sicherheitsbewusstseins in Ausschreibungen und Verträgen die Zahl der Unfälle auf Baustellen reduziert.”

[1] Governance Code Veiligheid in de Bouw

BAM DLP, Teil von BAM Infra Niederlande, erreicht Safety Culture Ladder-Stufe 5

BAM DLP, die Geschäftseinheit, die alle Bodensanierungsarbeiten für BAM Infra Niederlande begleitet, hat am 3. Juli als erste Organisation die fünfte Stufe der Safety Culture Ladder erreicht. BAM DLP erhielt das Zertifikat in Anwesenheit von NEN am 8. Juli von Ronald Karel, Direktor von Kiwa Niederlande B.V.

Kommer den Uil, Leiter von KAM bei BAM Infra Netherlands und verantwortlicher Manager von BAM DLP: “Wir sind besonders stolz darauf, die Safety Culture Ladder Stufe 5 erreicht zu haben. Es ist eine wunderbare Anerkennung für die harte Arbeit usnseres Teams in den letzten Jahren. Seit der Gründung der BAM DLP im Jahr 2014 ist es unsere Kernaufgabe, sicherzustellen, dass wir als BAM die Anforderungen im Bereich Sicherheit und Umwelt bei Bodenaktivitäten erfüllen. Sicherheit ist bei uns immer die Nummer 1.