Studie über die Auswirkungen der SCL: Steigendes Bewusstsein für Führung und angemessenere Vorgehensweise

Ein stärkeres Engagement der Führungsebene für die Sicherheit und ein geeigneteres Maßnahmenbündel. Dies sind die wichtigsten Schlussfolgerungen einer Studie des NEN-Sachverständigenausschusses über die Auswirkungen der Safety Culture Ladder (SCL) auf Organisationen. Die Studie wurde in Zusammenarbeit von TU Delft und TenneT TSO durchgeführt. Die Forscher Frans Geijlvoet und Frank Guldenmund erzählen mehr über die ihrer Meinung nach überraschenden Ergebnisse.

Anfänglich standen sie dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. Frank Guldenmund von der TU Delft und Frans Geijlvoet von TenneT TSO hatten Vorbehalte gegenüber der Safety Culture Ladder. Die SCL ist ein NEN-Zertifizierungssystem, das dazu beitragen kann, die Sicherheitskultur innerhalb einer Organisation zu fördern. Das System, das ursprünglich von ProRail entwickelt wurde, besteht aus fünf Schritten und wird inzwischen von vielen Unternehmen angewendet. Es bietet allen Beteiligten, die in den verschiedenen Branchen arbeiten, einen Rahmen für sicheres Arbeiten, der auf Verhalten und Einstellung basiert. Ich war nicht davon überzeugt, es bei uns einzuführen und es den Kunden aufzudrängen", sagt Geijlvoet. Guldenmund wurde gebeten, in einem NEN-Ausschuss des SCL (Sachverständigenrat) mitzuarbeiten, aber dann wollte er die Auswirkungen der Leiter untersuchen. So kam es dazu, und beide Männer sind von den Ergebnissen positiv überrascht.

Forschung

Frans Geijlvoet ist Sicherheitsexperte und Politikberater Unternehmenssicherheit bei TenneT. Frank Guldenmund arbeitet am Fachbereich Sicherheitswissenschaften der TU Delft und hat zusammen mit Geijlvoet und einem weiteren Kollegen die Studie über die Auswirkungen des SCL auf Unternehmen und Organisationen durchgeführt. Es handelt sich nicht um eine Studie über die Wirksamkeit, sondern über die Auswirkungen. Was passiert in einem Unternehmen, wenn es beschließt, sich für die Safety Culture Ladder zertifizieren zu lassen? Das war die Frage, die wir uns gestellt haben. Will ein Unternehmen einfach nur 'ein Stück Papier' bekommen oder geht die Wirkung der Arbeit mit der SCL tiefer? Im Zeitraum von Dezember 2022 bis März 2023 wurden die Sicherheitsverantwortlichen von 16 großen und kleinen SCL-zertifizierten niederländischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt. Dort sprachen wir mit Personen, die an den Leitern beteiligt sind, wie KAM-Manager, aber auch Vorstandsmitglieder wurden befragt. Die teilnehmenden Unternehmen stammen aus verschiedenen Branchen, sind aber hauptsächlich in der Bauindustrie und in verbundenen Unternehmen tätig.

Achtung

Guldenmund und Geijlvoet sind beide von den Ergebnissen der Umfrage positiv überrascht. Die wichtigste Schlussfolgerung ist, dass die Unternehmensleitung dem Thema Sicherheit mehr Aufmerksamkeit schenkt. Es steht ganz oben auf der Tagesordnung und die Mitarbeiter arbeiten aktiv daran. Es werden Initiativen gestartet, die sich durch alle Ebenen des Unternehmens ziehen und das Bewusstsein für Sicherheit im gesamten Unternehmen verbreiten. Und da die SCL nicht als Checkliste mit allen möglichen spezifischen Regeln angelegt ist, sondern vielmehr einen Rahmen bieten soll, hat ein Unternehmen die Freiheit, auf seine Weise die am besten geeigneten Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Sie können also tun, was ihnen passt, und das kann alles sein: Sicherheit explizit zur Diskussion stellen, Thementage oder spezielle Programme oder Toolboxen einrichten", sagt Guldenmund. Ein weiteres Ergebnis, das Gijlvoet beobachtet hat, ist, dass der Ehrgeiz, in Sachen Sicherheit voranzukommen, wächst. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel auf Stufe zwei ist, sieht man den Willen, sich weiterzuentwickeln. Das ist schön zu sehen. Alles in allem fällt das Fazit der Umfrage also positiv aus. Geijlvoet: "Das sehe ich vor allem an der Antwort auf die Frage, ob ein Unternehmen damit weitermachen würde, auch wenn ein Kunde es nicht von ihm verlangt. Darauf antwortete die große Mehrheit mit 'Ja'. Der SCL wird als eine Art Motor gesehen, der die Menschen für das Thema Sicherheit begeistert, und nicht als eine zusätzliche schwere Last, die ein Kunde einem Unternehmen auferlegen kann.

Folgeerhebung

Trotz der in der Studie aufgezeigten positiven Auswirkungen der SCL auf die Organisationen haben beide Männer noch einige Anmerkungen. So fordern sie zum Beispiel eine Folgeuntersuchung. Diese sollte auch Mitarbeiter in anderen Schichten eines Unternehmens einbeziehen. Die Belegschaft hat oft eine andere Vorstellung von Sicherheit als KAM-Manager oder Vorstandsmitglieder", sagt Guldenmund. Andererseits wollen wir die Audits, bei denen diese Personen befragt werden, nicht komplett neu durchführen", fügt Geijlvoet hinzu. Die Qualität dieser Prüfungen könnte besser und einheitlicher sein, meinen beide Männer. Die Prüfer müssen für die Prüfung des SCL besser qualifiziert sein. Den Forschern zufolge erfordert dies einen ganz anderen Ansatz als beispielsweise die Prüfung eines Managementsystems nach der Norm ISO 9001. Letztendlich ist es egal, welchen Prüfer man wählt, denn das Ergebnis sollte dasselbe sein", sagt Guldenmund. Abschließend sind beide Männer gespannt, wie sich die neue Version des SCL auswirken wird und ob es Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen geben wird

Tipps

Guldenmund und Geijlvoet raten Unternehmen, die mit dem SCL zusammenarbeiten wollen, sich vorher genau zu überlegen, was sie erreichen wollen, und zu sehen, was in einem Unternehmen vor sich geht. Es ist eine Art Selbstreflexion, wenn man die Zusammenarbeit mit dem SCL beginnt. Man muss sein eigenes Unternehmen auf eine andere Art und Weise betrachten, wenn man das Verhalten als Ausgangspunkt nimmt und nicht ein festes Regelwerk. Man tut es schließlich für sich selbst und seine Mitarbeiter.

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