Immer mehr Kommunen entdecken die Bedeutung der Safety Culture Ladder (SCL), um die Sicherheit ihrer eigenen Mitarbeiter zu stärken. In einem gemeinsamen Workshop auf der SCL-Veranstaltung am 20. November tauschten Annemieke Bantema (Sicherheitskoordinatorin Ingenieursbureau, Stadt Amsterdam) und Anja Vijselaar (Vorsitzende des Expertenausschusses SCL beim NEN) ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus.
Sicherheit beginnt bei der Kommune selbst
Nach Ansicht von Bantema haben die Gemeinden eine klare Aufgabe vor sich: "Wir müssen unsere eigene Rolle wahrnehmen und dürfen die Sicherheit nicht nur den Auftragnehmern oder Unternehmern überlassen. Die Safety Culture Ladder hilft uns, uns unseres eigenen Verhaltens und unserer Verantwortung bewusst zu werden.
Das Ingenieursbureau der Stadt Amsterdam realisiert Großprojekte im öffentlichen Raum, wie Brücken, Straßen und Parkplätze. Seit 2017 arbeitet die Stadt an einer strukturierten Sicherheitskultur, wobei die SCL seit 2024 als Kompass dient. Eine Basismessung in diesem Jahr ergab, dass sich die Agentur auf Stufe 2 befindet; ab 2026 kann diese Stufe auch von den Auftragnehmern verlangt werden, wobei für 2026 Stufe 3 angestrebt wird.
Bewusstseinsbildung und Geschichtenerzählen
Die Sensibilisierung erfordert mehr als das Aufstellen von Regeln, betont Bantema. Amsterdam arbeitet daher mit konkreten Geschichten von Unfallbeteiligten. So erzählte Lars van Rode, der bei einem Arbeitsunfall seinen Unterschenkel verlor, während des nationalen "Consciously Safe Day 2024", was dies für ihn, seine Kollegen und seine Familie bedeutet. Gemeinsam mit dem Schulungsanbieter KPE Group haben inzwischen 1.000 der 1.300 Mitarbeiter des Ingenieurbüros eine spezielle Schulung absolviert.
Kultur der inneren Sicherheit ist entscheidend
Viele kommunale Teams, vom Außendienst bis zur Müllabfuhr, arbeiten täglich in risikobehafteten Situationen. Doch die interne Sicherheitskultur sei noch nicht überall ausreichend entwickelt, so Vijselaar: "Mit 342 Gemeinden haben wir zusammen einige hunderttausend Beschäftigte. Für sie muss die Möglichkeit, sicher zu arbeiten und auch sicher nach Hause zu kommen, wirklich auf ein höheres Niveau gehoben werden.
Zusammenarbeit und Verantwortung
Amsterdam arbeitet mit Rotterdam, Utrecht, Den Haag, Rijkswaterstaat und Rijks Vastgoed zusammen, um Wissen auszutauschen und gemeinsame Schulungen zu veranstalten. Zu den konkreten Maßnahmen, die die Stadt ergreift, gehören: eine bessere Kontrolle der Pläne, weniger Planungs- und Zeitdruck und praktische Sicherheitsmaßnahmen wie das Aufstellen von Zäunen anstelle von Verkehrsüberwachungsanlagen.
Bantema betont, dass es bei der Sicherheitskultur nicht nur um Vorschriften geht, sondern um das Bewusstsein und Verhalten aller Mitarbeiter. Sie fordert andere Kommunen auf, diesem Beispiel zu folgen: "Wer holt es dann ab? Sie sind immer noch der Kunde, immer noch verantwortlich. Sie wissen noch nicht genau, was Sie mit Sicherheit und SCL machen sollen? Melden Sie sich, dann können wir Erfahrungen austauschen und voneinander lernen."
Warum gerade jetzt?
Rijkswaterstaat und die Wasserverbände waren bereits Vorreiter. Beide sind der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, dass sich die Gemeinden anschließen: "Die Gemeinden sind noch etwas im Rückstand, aber die Bewegung ist im Gange. Jetzt ist es an der Zeit, die SCL zu übernehmen". sagte Vijselaar.
Download der Präsentation
Während der SCL-Veranstaltung am 20. November gaben Anja Vijselaar und Annemieke Bantema einen Workshop. Download der Präsentation und auch an der Safety Culture Ladder zu arbeiten.
SCL aus der Sicht der Kommunen